Altmeister
An Überraschungen mangelt es nie, wenn Joseph
Haydn ins Spiel kommt. Und so bietet auch die
jüngste Folge der bereits zum Standard gewordenen
Gesamteinspielung aller Streichquartette des
Leipziger Streichquartetts mit den vier Werken aus
Opus 2 unerwartete, ungewöhnliche und stets
unterhaltsame Momente, virtuos und souverän
dargeboten von einem Ensemble, das Neugierde
und Erfahrung zu einem reizvollen Ganzen
verbindet.
Jungstar
Haydn hatte seine Stellung bei Fürst Esterhazy noch
nicht angetreten, als er die vier Quartette schuf, die
heute als op. 2 bezeichnet werden. Vorbild ist das
populäre Divertimento mit einer idyllischen
Serenade als Höhepunkt und Zentrum der
Komposition, die Primarius Stefan Arzberger
Gelegenheit gibt, betörende Kantilenen und
bezaubernde Arabesken zu gestalten.
Original
Eingerahmt werden diese filigranen Wunderwerke
von jeweils zwei Menuetten, deren Trios Raum
geben für Klangfarbenexperimente und Raffinessen.
Kopfsatz und Finale lassen bereits die klassische
Sonatenform anklingen; mit frischem Tempo bilden
sie einenmitreißenden, virtuos gestalteten Rahmen.
Größe
Nur das letzte der vier Quartette weicht von der
Konvention ab: Auf das ausgedehnte Adagio mit
Variationen zu Beginn folgen vier schnelle,
individuell gestaltete Sätze mit einem als „Scherzo“
bezeichneten Abschnitt in der Mitte. Der
Einfallsreichtum und die Genialität des
Komponisten, um dessen Werke Jahrzehnte später
die gesamte europäische Elite riss, sind in der
Aufführung des Leipziger Streichquartetts auch für
heutige Ohren unverkennbar.
Rezensionen
"Überragend... es ist die oben skizzierte Reife des Ausdrucks und die
Souveränität des interpretatorischen Umgangs, die sich einer
jahrzehntelangen Vertrautheit mit den Frühwerken Haydns verdanken. Hier
einzelne Highlights der Einspielung zu benennen, erscheint kaum
möglich, da das Niveau durchgängig so hoch ist. Im Kontext der
Gesamtaufnahme der Haydn-Quartette sticht diese Einspielung der frühen
Genrebeiträge daher heraus." (Klassik.com Empfehlung)
"Das sind keine tiefgründelnden Meisterwerke, aber frische, schöne
Stücke, die immer wieder mit (formalen oder rhythmischen) Überraschungen
aufwarten. Und die kosten die Leipziger genüsslich aus. Die Freude am
Quartettspiel ist den vier Mitgliedern des Leipziger Streichquartetts
auch 37 Jahre nach Gründung des Ensembles hörbar nicht vergangen." (Klassik Festival)
"Das seit 35 Jahren bestehende Leipziger Streichquartett... hat sich so intensiv mit dem Quartettstil Haydns befasst, dass die Abläufe ganz selbstverständlich klingen, obwohl schon in den frühen Werken immer wieder Geniestreiche wie rhythmische und harmonische Überraschungen zu hören sind. Und selbst wenn in den Partituren nur wenige Vortragsbezeichnungen zu finden sind, verstehen es die vier Streicher, den Stücken frisches Leben einzuhauchen." (Klassik Heute Empfehlung)
"Mit Akribie und Hingabe setzt das Leipzig Quartett seine interpretatorische Suche in unveränderlicher Homogenität fort." (Opus HD)