Anfang
Es war eine Sensation, gekrönt von einer OPUS
Klassik Auszeichnung: Die Neuentdeckung des
Oratorio secondo von Johann Daniel Pucklitz
offenbarte so atemberaubende Musik, dass Andrzej
Szadejko mit seinem Goldberg Baroque Ensemble
jetzt eine Gesamtedition der Werke des Danziger
Komponisten beginnt. In einem ersten Aufschlag
erklingen zwei lutherische Messen und etliche
Kantaten, die dazu geeignet sind, die
Musikgeschichte des Ostseeraums neu zu schreiben.
Merkmal
Über Pucklitz Leben ist sehr wenig bekannt.
Erstaunlich, dass er trotz des
Kompositionsmonopols, das der jeweilige
Marienkapellmeister innehatte, im reichen Danzig
Abnehmer für seine Werke fand. Seine Musik war
gefragt. Ob er davon leben konnte? Am Ende finden
wir ihn jedenfalls als Kellermeister im Artushof
wieder…
Kreativität
Die Unabhängigkeit gab Pucklitz die Möglichkeit zu
allerhand unkonventionellen Experimenten.
Geradezu körperlich spürbar sind die Dornen in der
Altarie der Kantate Herr, hast du nicht guten Samen
auf deinen Acker gesät?, während das „Unkraut“ mit
„falschen“ Harmonien dem regelkonformen Tonsatz
in die Quere kommt.
Originalität
Grandios der knappe Eingangschor zu Du hast den
guten Wein bisher behalten: Man meint, bei der
Hochzeit in Kana dabei zu sein und in den Protest der
Festgäste einstimmen zu müssen! Das liegt nicht
zuletzt an der spürbaren Freude, die Ensemble und
Solisten bei der Aufführung an den Tag legen - und
natürlich an der großartigen Akustik der Danziger
Johanniskirche, in deren Archiv die Kostbarkeiten
über Jahrhunderte unentdeckt schlummerten.
Rezensionen
"Dieses „Opera Omnia Vol. 1” beinhaltet erstklassige Kompositionen, die
den meisten „Kirchenmusiken” aus dieser Zeit überlegen ist. Johann
Sebastian Bach ist nie weit entfernt. Das kulturelle und musikalische
Leben in Danzig war in der Tat auf einem hohen Niveau, das dem Reichtum
seiner Händler entsprach... Ein phänomenales Orchester (Gewinner des
renommierten deutschen OPUS Klassik 2022 Awards), das auf
Originalinstrumenten und mit historischer Aufführungspraxis spielt, ein
brillantes Vokalensemble aus jungen Talenten, das eine Besetzung aus
erfahrenen Solisten unterstützt, versetzen uns zurück in die Zeit des
polnisch-litauischen Commonwealth und möglicherweise in die Kirchen St.
Mary's und St. John's Centre, wo diese Aufnahme in der exquisiten
Klangtechnik von MDG entstanden ist.“ (HRAudio.net)
„interessante Funde... Die Solisten und Instrumentalisten meistern
die zum Teil schweren Partituren mit Geschmack“ (FonoForum)
"ein variantenreicher Danziger Komponist zwischen Barock und Klassik...Die Einspielung des Pucklitz-Wiederentdeckers Szadejko hat solistischen Glanz und kammermusikalische Finesse" (AUDIO & Stereoplay)
„Entdeckung eines originellen Musikers. Die Veröffentlichung des Oratorio Secondo durch MDG wurde vor ein paar Jahren als eine kleine Sensation wahrgenommen und mit einer Opus Klassik-Auszeichnung bedacht. Auch diese erste Folge der Messen und Kantaten zeigt einen Komponisten von herausragender Originalität, der sich nirgends mit überkommenen Formeln zufrieden gibt, sondern auf erzählerische Eloquenz und ausgefallene Klangfarben setzt. Letzteres durch den Einsatz charakteristischer, aber selten eingesetzter Instrumente wie Violetta, Bombarde, Glasharfe. Auch in melodischer, harmonischer und rhythmischer Hinsicht wartet Pucklitz mit Überraschungen auf...
Die Wiedergabe durch Andrzej Szadejko und seine Musiker, die sich nach dem Danziger Komponisten und Bach-Schüler Johann Gottlieb Goldberg benennen, ist von exemplarischer Einfachheit und Klarheit. So wird ein schlankes Klangbild erreicht. Die Homogenität von Chorsängern und Instrumentalisten ist vorbildlich. Die vier Gesangssolisten fügen sich ins Ganze ein, ihre Stimmen erheben sich organisch aus dem Kollektiv des Chors." (Klassik Heute)
"Die Solisten und Instrumentalisten meistern die zum Teil schweren Partien mit Geschmack..." (Klassik Festival)
„Wunderschön... Dank der exzellenten Interpretation und der makellosen Klangqualität beleuchtet es einen vergessenen Teil des deutschen Kirchenmusik-Erbes und lädt dazu ein, das Vermächtnis dieses unbekannten, aber bedeutenden Komponisten neu zu entdecken.“ (Opus HD)